Makro Fotografie

Meine Makrowelt

Die Makrowelt übt seit jeher eine große Faszination auf jeden Foto-Interessierten aus. Abseits spezieller (und in der Regel teurer) Makroobjektive erschließen Sie sich den Bereich der Nah- und Makrofotografie kostengünstig mit Nahlinsen, Retroadaptern, Umkehrringen, Zwischenringen oder Balgen.

Und bitte nicht vergessen, für Makroaufnahmen mit präziser Schärfe auf den Punkt ist ein Stativ unerlässlich.

Das Licht spielt in der Fotografie, insbesondere der Makrofotografie, im Grunde die wichtigste Rolle. Für ein gutes Foto braucht es gutes Licht! Doch was ist „gutes“ Licht eigentlich? Die Antwort ist einfach: diffuses (weiches) Licht!  Diese Art von Licht umspielt dein Motiv förmlich und leuchtet es gleichmäßig aus. Damit vermeidet man Bereiche auf dem Motiv die überstrahlt oder zu dunkel (schattig) sind!

Für Dich als Makrofotograf heißt das: Meide das harte Licht der prallen Mittagssonne und gehe vorzugsweise entweder früh am Morgen (kurz vor oder kurz nach Sonnenaufgang) oder am späten Nachmittag (kurz vor Sonnenuntergang) auf Fototour!

Du hast zu diesen Tageszeiten keine Lust oder Zeit? Dann mache aus dem harten Sonnenlicht einfach „gutes Licht“ indem du bspw. ein Diffusor über dein Motiv hältst! Oder positioniere Dich so vor das Motiv, dass dein Schatten es komplett abdeckt. Damit blendest Du das harte Licht förmlich aus. Gleiches gilt natürlich auch bei bewölktem Himmel! Das ist, wenn es nicht gar zu dunkel ist, ebenfalls ein guter Zeitpunkt, um auf Motivjagd zu gehen!

Ein weitere Möglichkeit um Dein Motiv optimal auszuleuchten und etwaige schattige Bereiche aufzuhellen ist die Verwendung eines kleinen Reflektors. Dieser lässt sich auch leicht selbst basteln zum Beispiel einfach ein Stück Styroporplatte mit Alufolie umwickeln. Damit lässt sich gezielt Licht auf das Motiv lenken.

Für Blitzlicht gilt übrigens dasselbe Prinzip des diffusen Lichtes! Verwende dazu Softboxen, ein kleines Lichtzelt um das Motiv herum oder ein Diffusor.

1. Spiele mit der Schärfe!

Eine knackige Schärfe an der richtigen Stelle des Motivs ist ebenfalls ein Charakteristikum für ein tolles & schönes Foto! In der Makrofotografie solltest Du dazu den automatischen Fokus deaktivieren und voll auf den manuellen Fokus setzen! Die Automatik stellt grundsätzlich die Stelle des Motivs scharf, die man eben gerade nicht scharf haben möchte ;-). Mit dem manuellen Fokus lässt sich die gewünschte Stelle wunderbar einfach und schnell auswählen und man kann förmlich mit der Schärfe „spielen“. Man sieht beim „durchscrollen“ der Schärfeebene durchs Motiv gut wie das Foto wirkt, wenn etwa ein anderer Bereich scharf wäre.
Hat Deine Kamera die Funktion des Focus Peaking solltest Du diese auf jeden Fall aktivieren. Dadurch wird das manuelle Scharfstellen noch leichter, da die Kanten des Bereichs der gerade scharf ist, durch farbige oder weiße Punkte hervorgehoben wird.

2. Stelle das Motiv richtig frei!

Eigentlich hätte man ja gerne das komplette Motiv schön gleichmäßig scharf und trotzdem einen weichen Hintergrund ohne die vielen störenden Objekte im Vorder- oder Hintergrund. Das ist mittels Focus Stacking heute zwar kein Problem mehr (Siehe dazu Tipp 9 – Focus Stacking). Doch eine durchgängige Schärfe des Motivs macht noch lange kein gutes Foto aus, im Gegenteil! Ein gelungenes Spiel mit der Schärfe wirkt für den Betrachter meist deutlich stimmiger und damit schöner. Das liegt daran, dass unser Auge ebenfalls Motive nicht komplett im Ganzen scharf wahrnimmt, sondern weiter hinten liegende Bereiche insbesondere der Hintergrund auch unscharf erscheinen! Übertriebene Focus Stacks wirken somit oft „unnatürlich“ auf den Betrachter.
Ein Motiv freistellen heißt, es aus dem Hintergrund herauszuholen und die Aufmerksamkeit auf das Motiv zu lenken. Das gelingt indem Du sehr offenblendig (z.B. f/2.8) arbeitest. Eben gerade so, dass das Motiv oder der Bereich den Du hervorheben willst, noch scharf ist. Der Hintergrund samt störenden Objekten wie z.B. Grashalme oder andere Pflanzen etc. sollten jedoch komplett in Unschärfe untergehen!

3. Wähle die richtige Perspektive!

Natürlich ist es leichter einen Frosch oder eine schöne Blüte stehend von oben herab zu fotografieren. Doch schon während ich den Satz geschrieben habe, kam mir das Gähnen, denn diese Perspektive ist zumeist langweilig! Das liegt wiederum daran, dass wir es in unserem Alltag gewohnt sind, die kleinen Dinge aus der „Vogelperspektive“ zu sehen. Deshalb mein Tipp: Gehe auf Augenhöhe mit dem Motiv! Lege dich, wenn es sein muss auch mal in den Schlamm! Wähle außergewöhnliche Perspektiven! Das macht Deine Fotos interessant und aufregend!

4. Sei geduldig!

Das wichtigste in der Makrofotografie ist die Geduld! Die meisten Tiere haben eine relativ kurze Fluchtdistanz das merkst Du z.B. bei Schmetterlingen, die sofort das Weite suchen, wenn du ihnen zu Nahe kommst! Hier muss man sich in Geduld üben, sich ruhig in eine gute Stellung bringen und warten, warten und warten und nochmals warten. Bis der Falter, die Biene oder das gewünschte Motiv sich an die Stelle setzt an der man seine Kamera bereits ausgerichtet hat!